Gronau - Hessen - Nassau
Geschichts - Schmiede Gronau

Beginn der Chronik 1891





Ausschnitt aus dem Beginn der Aufzeichnungen der Gronauer Kirchenchronk, aus dem Jahr 1891 - begonnen von Pfarrer Münch

 
Anmerkung der Redaktion: Die folgenden Texte konnten teilweise nur mühsam entziffert werden, da überwiegend in "deutscher" Schrift, Sütterlin, und oft sehr unleserlich geschrieben. Daher sind einige Textstellen mit in Klammern gesetzten Ziffern versehen. Hier sind nicht lesbare Textstellen, die im Laufe der Zeit nicht in detektivischer Kleinarbeit entziffert werden sollen.


I. N. D. !

In nomine deo

Im Namen Gottes

 

Zufolge Verfügung des königlichen Consistoriums zu Cassel

A. No. 6481  vom 13. August 1891 ist  dem jeweiligen Stelleninhaber aufgegeben, zwecks Überlieferung von Nachrichten über die allgemein bemerkenswerten Ereignisse innerhalb seiner Pfarrei

für die Nachwelt eine regelmäßige Pfarrchronik aufzustellen und fortzuführen.

Mir, als d.z. pastor loci (Ortspfarrer) liegt die Aufgabe ob, mit dieser Chronik den Anfang zu machen und so theile es denn im Nachfolgenden  dasjenige mit, was ich aus Kirchenbüchern  und Akten ersehen der Pfarr -  Regasitur (2) bzw.  nach eingehender Erkundigung bei dem hiesigen Ortsvorstand über die Pfarrei Gronau erfahren habe.

Über die Entstehung der Pfarrei Gronau schweigt die Geschichte.

Nur soviel konnte ich aus  den Kirchenbüchern und Akten erfahren, dass Gronau eine ursprünglich  lutherische Pfarrei  und  Gemeinde ist die  ihren lutherischen Charakter  bis heute treu bewahrt hat.

 

Am Eingang zu dem ältesten  Kirchenbuch der Gemeinde Gronau vom Jahre 1664 bezeugt das der damalige  hiesige  Ortspfarrer mit den  Worten: „ Nachdem ao (anno)1663 der allhier und zu Vilbel gemeinsam  calvinische (?, schwer leserlich) Pfarrer David Raimurum mit Tod abgegangen und hierauf diese Pfarrei bis ao 1664 ledig gestanden, so hat der liebe Gott endlich seine Gnade verliehen und dieser evang. Lutherische Gemeinde wiederum mit ....

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In dieser Chronik haben geschrieben:

Pfarrer J.W.A.Münch                                                    1892 - 1897

Pfarrer Theodor Wagner                                               1898 – 1909

Pfarrer Günther Boos                                                    1909 – 1916

Pfarrer Karl Sopp                                                           1916 – 1921

Pfarrer J.Ludwig Weber                                                 1921 – 1926

Pfarrer Frankenberg, Oberdorfelden                              1926

Pfarrer Rampe ,Rendel                                                   1926 – 1931

Pfarrer Frankenberg, Oberdorfelden                               1931

Stud.Dir. Hassenstein aus Ostpreussen                           1933 – 1936

Pfarrer Holz                                                                     1936 – 1946

Pfarrer Kolbe aus Thüringen                                           1946

Pfarrer Horst Broscheit aus Ostpreussen                         1947                
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1913   Erdbeben in Gronau   Kirchenbuch Seite 25

 

Am Sonntag den 20. Juli, als eben die Nachmittagskirche begonnen hatte ging ein leichtes Erdbeben durch diese Gegend, die beiden Stöße waren in der Sakristei kräftig zu spüren.

Doch waren sie nicht so heftig wie bei dem Erdbeben am 16. November 1911

In beiden Fällen handelte es sich um ein ... tektonisches Beben, dessen  Herd  im schwäbischen Raum lag.

 

Anmerkung der Redaktion -Bericht der Mainpost: Erdbeben in Lohr: Lohr wird am 20Juli 1913Erdbeben

Donaukurier:  Interessant ist die Beobachtung, die Bierbrauer in Ingolstadt machten. Sie hatten festgestellt, "dass der Wasserstand der Brunnen in letzter Zeit bedeutend zurückgegangen ist". Nach einem Erdbeben vom 20Juli 1913 allerdings gaben die Brunnen plötzlich bedeutend größere Wassermengen.

www.holzgerlingen.de  - Aufregung gab es dann im Dorf, als am 20. Juli 1913 - unmittelbar vor Beginn des Nachmittags-Gottesdienstes - ein heftiges Erdbeben zu spüren war, das weit durchs deutsche Vaterland und so auch hier verspürt wurde. Dazu meinte der Chronist: "Wie kommt man sich selber so klein und hilflos vor, wenn die Wände schwanken und die Grundfesten erzittern!" - In diesem Zusammenhang hatte Pfarrer Dinkelaker in einer "Beschreibung des Herzogtums Württemberg" u.a. eine Notiz darüber gefunden, dass im Jahr 1728 ebenfalls ein Erdbeben die Gemeinde Holzgerlingen erschüttert hatte.

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Zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig wurde am Freitag den 19. Oktober ein Feldgottesdienst abgehalten

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Gronau im 1. Weltkrieg  (1916)


1. März 1916

 

…geheilt wieder bei seinem Ersatzbataillon in Jauer und  …2)  Wenzel, Sohn der Kirchenältesten Fr. N. Wenzel

ebendaselbst in der Genesungs..,5)  Die Nervenoperation der letzteren ist ganz gut geheilt,  doch ist das Bein, an dem die Operation vorgenommen worden ist, nicht mehr völlig gebrauchsfähig, so dass J. Wenzel den 19. Februar bis auf weiteres aus dem ....dienst entlassen werden musste.

 

Da der Mangel  an Fleisch und Fett im Lande, besonders in den Städten, empfindlich fühlbar geworden ist, sind im Laufe des Februar auf Veranlassung der Regierung  …8) gebildet worden; durch diese Einrichtung soll die Zufuhr und gleichmäßige Verteilung von Ochsenfleisch geregelt werden.

Viele …9) fordern auf zur Regelung des Verbrauchs  Fett- und Butterkarten auszugeben, für Milch und Fleisch scheinen ebenfalls Verbrauchskarten zur Einführung kommen. Diese Maßnahmen werden gewiss anfangs als lästig empfunden, doch sind sie heilsam und helfen  mit zum  durchhalten

 

Bei mir auf dem Land sind natürlich die Hauptnahrungsmittel etwas leichter zu haben. 13).    ist nun sich 14)…  ….. ………eher mit Fleisch und Fett für längere Zeit versorgen können. Im Übrigen ist zu bedenken, dass gerade diese Zeit bis zum Heranreifen der ersten Gartenerzeugnisse und Futtermittel die für die Bevölkerung schwierigste Zeit des ganzen Jahres ist.

 

Da die heranwachsende Jugend zum Teil den Ernst der Zeit nicht erfasst hat und unwürdiges  Benehmen an den Tag legt, hat unser Generalkommando anderen (?) Beispielen folgend den nachfolgenden Erlaß herausgegeben:
 

 

 

weitere Nachrichten aus dem Jahr 1813
Luther - Feier mit 300 Personen, 
Evangelischer Abend im Saale Wenzel,
Evangelischer Familienabend


 1915 bekommt Gronau eine neue Glocke

 1915 Gronau bekommt eine neue Glocke , wer genau hinschaut,
sieht diese kurz unter dem spitzen Giebel am Seile  baumeln.
Diese Glocke wurde 1941 "dem Führer geschenkt", sprich eingeschmolzen für Waffen

Die alte Glocke, vermutlich für Kanonen des Kaisers eingeschmolzen

Weitere Kapitel folgen - sind vorhanden in Kirchenchronik 1947 usw.