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Krichenchronik 1947 -50

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Kirchenchronik von Pfarrer Broscheit

Gronau 1947 - 50


 
( S. 119 )
 

1936 - 1941, 1942 - 1946

 
1936 bis 1941 waren die Pfarrer Bernhard, Rendel, Meyenschein, Kilianstädten und Pfarrer i.R. Holz, Gronau mit der Versehung der Stelle Gronau beauftragt. Dann kam aus Thüringen Pfarrer Kolbe, der am 1.Juli 1946 das Pfarramt niederlegte und Prister in der Christengemeinschaft wurde. Wieder wurdedie Stelle durch Herrn Pfarrer Bernhard, Rendel, mitverwaltet.
 

Pfarrer Broscheit ab 1947

Am 1. April 1947 trat dann Pfarrer Broschheit aus Hirschfeld Kreis Preussisch Holland , Ostpreussen, seinen Dienst an , nachdem ihn das Landeskirchenamt schon vom 1. Januar 1947 mit der Verwaltung der Pfarrstelle Gronau beauftragt hatte
 
 

Bild: Der Altar mit den Lichten der Hirschfelder Kirche vor der Renovation 1947. Im Sommer 1948 wurde eine neue Altarbibel angeschafft, in der die Namen der in Gronau amtierenden Pfarrer verzeichnet stehen.
Nach der Währung konnten wir zwei schöne Leuchter in gotischem Stil schnitzen lassen für die Gronau, noch aus der Hirschfelder Kirche stammenden Lichte.




Die Gronauer Kirche im Jahr 1947

 Die Gronauer Kirche im Sommer 1947, die Fenster sind teilweise mit Drahtglas oder Blech, teilweise gar nicht geflickt.Die Druckwelle  einer Luftmine hatte 1945 große Teile des Daches und der Fenster zerstört. Das Kirchhoftor wurde erneuert, es war völlig verfallen und das erste was wir in Angriff nahmen. Mauer und Tor hat, wie auch alle anderen Kirchlichen Gebäude, die politische Gemeinde zu unterhalten. Seit dem Jahr 1935 entzieht sie sich widerrechtlich dieser Pflicht.
 
Die Fenster der Westseite sind am schadhaftesten. Es dauerte bis zum Herbst 1948, als es nach der Währungsreform endlich Material gab, dass ernstlich an eine Erneuerung zu denken war. So bin ich im Herbst 48 von Haus zu Haus gegangen und habe 250 DM erbeten. 
Nur ein Bauer Fritz Wenzel, genannt „.??...fritz" schloß sich aus mit den Worten „Bei mir können Sie nichts schnorren." Er war von 1935 - 1945 Bürgermeister dieses Dorfes. Die anderen Gemeindemitglieder hatten alle für die Erneuerung der Kirche etwas übrig.
 
Die Orgel war unspielbar. Sie wurde im Jahr 1947 durch die Vilbeler Firma Schmidt und Hildebrandt vollständig ausgebaut und in sieben Monaten ein vollständiger Neubau vorgenommen. Zwei Register sind vom Wurm zerfressen und müssen erneuert werden; das Material ist auch erst jetzt, nach der Geldreform zu beschaffen. (Herbst 1948)
Im Juni 1949 war die Orgel fertig hergestellt in ihrer alten schönen Form.
 
(Seite 121)

1948

 
Als drittes wurde 1948 der Altar bez. Kanzelbezug erneuert und ein Behang mit Silberkreuz von Frau Margarete Fauerbach ( Einer wirklich sehr interessierten Witwe) gestiftet.
Dann schenkte der alte Herr Böckel, der sich der Turmuhr angenommen hat und sie täglich aufzieht im Sommer 1948 das Holz zu zwei Altarleuchtern, die in Hanau von einem kriegsbeschädigten Künstler geschnitzt werden. Die Kosten zu all diesen Arbeiten, einschließlich der Orgel (2000 RM) wurden in wenigen Wochen von der Gemeinde durch frw. Spenden aufgebracht.
Außerdem trat die Gemeinde im Jahre 1947 hinsichtlich der Gaben und Opfer mit 10,60 RM pro Kopf an die Spitze der Gemeinden des Landkreises Hanau , was aus anliegender Aufstellung hervorgeht.

 
( Seite 125 )
 

Zum Orgelbau 1948 / 49

 


Das Schmuckstück der Gronauer Kirche, die barocke Orgel des Hanauer
Orgelbaumeisters Heinrich Jacob Sier aus dem Jahre 1777.
Leider in den Jahren stark heruntergekommen.

(Quelle: Festschrift  1200 Jahre Gronau)

Im Jahr 1947 fand ich bei meinem Dienstantritt in Gronau eine völlig vernachlässigte, im Laufe der Jahrzehnte in allen Teilen defekt gewordene und daher zur  Begleitung  des Gemeindegesangs nicht mehr brauchbare Orgel  vor.
Es war erstaunlich, mit welcher Zuversicht die Herren Schmidt und Hinderland in Vilbel 1948 die  Erneuerung des 250 Jahre alten Instruments in Angriff nahmen. Mit unermüdlichem Fleiß haben  sie die Wiederherstellung zu einem unerwartet guten Ende geführt, sodass Kirchenvorstand und Gemeinde sich allen bei den Arbeiten Beteiligten dankbar verpflichtet wissen.

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