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Kirchenchronik 1956-57

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 Kirchenchronik Pfr. Broscheit
Gronau 1956 - 57




1956

Am 6. März 1956 fasste ich den Entschluss, für das Kirchenzimmer im Pfarrhaus in dem ab 1. Advent bis Sonntag Palmarum, also bis zur Vorstellung und Einsegnung der Konfirmanden die Gottesdienste und Amtshandlungen stattfinden - ausser an den Feiertagen Weihnachten und Sylvester Abend - einige Bilder anzuschaffen, um diesem einfachen Raum mit seinen 26 Plätzen ein würdiges Aussehen zu geben.
Ich habe also im Piperdruck-Verlag nebenstehende Bilder, die ich schon von Ostpreußen kannte bestellt.

Grünewald: Stuppacher Madonna     
Rembrandt: Emmaus Jünger
sowie weiter Grünewald: Auferstehung und Grünewald: Kreuzigung
 
 
 ( Seite 145 )
 
Am Karfreitag 1956 wurde dieses Kreuzigungsbild über dem Altartisch im Kirchenzimmer angebracht.
Buchbindermeister Reul aus Windecken hatte den Rahmen angefertigt.
 
Im Jahr 1956 fertigte Herr Gerhard Wenzel einen Fuß für den in der Friedhofskapelle aus der Kirche stammenden 7-armigen Leuchter.
Die Kosten dieser künstlerischen Arbeit trug die pol. Gemeinde nach Rücksprache mit dem Herrn Bürgermeister Theodor Wenzel.
 
Im September wurde aus Gaben die der Pfarrer gesammelt hatte, eine Taufkanne und -schale, ein Krankenhausabendmahlsgerät angeschafft. Für das Kirchenzimmer im Pfarrhaus die Stuppacher Madonna von Grünewald und das Auferstehungsbild aus dem Isenheimer Altar in Colmar, sodass die drei Bilder mit der Karlsruher Kreuzigung in der Mitte einen Altarraum bilden. Die zur Isolierung gegen die Feuchtigkeit angebrachten Pressfaserplatten bilden zugleich einen Hintergrund für die Bilder, die alle mit Schnüren angebracht sind, damit ein Luftraum zwischen Wand und Bild vorhanden ist.
 
Ein Kanzelpult soll von Schreiner Kummetat, einem Flüchtling aus Ostpreussen, hergestellt und von der Firma Kaiser in Frankfurt soll ein Harmonium gekauft werden. Wenn im nächsten Jahr noch 15 einheitliche Stühle angeschafft sind, hat das Kirchenzimmer ein würdiges Aussehen.
 
Kanzelpult, Harmonium und ein Läufer für den kleinen Altarraum wurde im November im Kirchenzimmer in Gronau aufgestellt. Meine Frau,  die ja in unserer Heimat auch Organistin und die gerne Orgel in der alten Ordenskirche in Hirschfeld, Kr. Pr. Holland, spielte, spielt zu den Gottesdiensten im Winter im Pfarrhaus.
 
Jetzt im November habe ich noch einige Bäume, eine Weide, einen Rotdorn, einen Nussbaum und eine Esche um das Pfarrhaus gepflanzt. Ebenso einen Pfirsich am Haus und einen im Garten. Ansonsten will ich ein langes Spargelbeet im Garten entlang der Nordseite anlegen, damit es von Süden tagsüber Sonne hat.
 

( 1957 )

 
Heute am 18. Januar 1957 war der Lederkoffer für das Taufgerät fertig, den Herr Sattlermeister Heinrich Hammel angefertigt hatte und der uns ebenso wie die anderen Kirchengeräte alle überleben wird, wie wir neulich in der Werkstatt bei Herrn Hammel feststellten. 
 Damit sind alle Altargeräte angeschafft und Gronau braucht nicht mehr hinter den anderen Gemeinden unseres Kreises zurückstehen. Da sich das Kruzifix im Kirchenzimmer als zu hoch für das Kreuzigungsbild erwies, wurde es 1957 durch ein Kreuz aus heller Eiche 40 cm hoch ersetzt.
 
Diesmal fuhren wir am 2. Juni 1957 mit 76 Personen in zwei Omnibussen, Gronauer und Niederdorfelder, nach Würzburg (Residenz), Rotenburg (Dom) und Stuppach (Madonnenbild von Grünwald). In Klingenberg am Main blieben wir von 7 h bis 9 ¾ Uhr und waren um 11 Uhr wieder in Gronau.
Ich hatte mit meiner Frau an der Fahrt teilgenommen, obwohl ich die schwere Krankheit von Ostern noch nicht überwunden habe. Zurückgeblieben ist ein Herzfehler. Seit 1939 keinen Tag Urlaub. Die letzten Jahre ständig zwei Gemeinden versehen, obwohl ich an beiden Beinen und am linken Arm gelähmt bin, das alles war zuviel. Wenn Gott mich leben lässt, werde ich weiter Dienst machen, denn mit der niedrigen Pension kommen wir nicht durch. Das Landeskirchenamt billigt mir keinen anderen Status als den des Pfarrers im Ruhestand zu. Was ist das doch für ein Leben ! Wenn ich nur noch um der Kinder willen einige Jahre durchhalte. -

Ein neuer Ofen für die Kirche
und Holzwurmbekämpfung 1957

Für die Kirche konnte nach einem Jahr Wartens auf die Entscheidung des Landeskirchenamtes und nachdem Herr Pfarrer Lutze (?), Mittelbuchen, mir ein Schreiben aufsetzte, weil auch der Kirchentag die Dringlichkeit der Anschaffung einsah und 1000 DM dazugab, bei der Firma Henn, Kaiserslautern, ein Ofen für die Kirche angeschafft werden = 1700 DM. Am 30. Oktober vorigen Jahres, also 1956 war der Antrag dem LKA eingereicht. Jetzt, am 5.11.57 konnte er bestellt werden und soll Mitte Dezember geliefert werden. Der alte Ofen, ca. 30 Jahre alt, ist abgängig und, da meine Frau heizt, weil sich in Gronau niemand findet, der das ordentlich besorgt, war nicht mehr zu bedienen.
Nebenstehendes Bild vermittelt das Aussehen des Raumheizers ( 1800 DM )
 
Für den Altartisch in der Kirche sind zwei Leinendecken gegen den Staub in der Kirche angeschafft. Der Ofen wurde geliefert am 16. Dezember 1957 und am Mittwoch Vormittag, den 18.12.57 von Herrn Kobsch (?) Niederdorfelden aufgestellt. Meine Frau heizt ihn an und auch in den Feiertagen ( Heilig Abend, 2. Feiertag mit Abendmahl und Sylvester, Vorstellung der Konfirmanden, Konfirmation, Karfreitag mit Abendmahl, Ostern, Totensonntag )
 
Die Arbeiten am Dachstuhl, durch die Firma Holzmann Frankfurt wurden noch vor Weihnachten beendet. Holzwurm und Holz...bekämpfung durch Spritzmittel 2500 DM
 

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