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Kirchenchronik 1951 - 1953

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 Kirchenchronik von Pfarrer Broscheit
Gronau 1951 - 53


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1951 

Bild Konfirmationsjahrgang 1948 / 51 am Sonntag Palmarum, 18.3.1951 Nachmittag 3 Uhr vor dem Altar der Kirche Gronau.
Armin Bauscher, Fritz Knickel, Horst-Otto Broscheit, Pfarrer Horst Broscheit, Martin Broscheit, Manfred Wenzel, Otto-Karl Wenzel, Alfons Diener, Wilhelm Lamp, Albert Arnold, Helga Spahn, Greta Döpfner, Annne (???), Rosemarie Schwarz, Christa Wenzel, Ilse Wenzel, Brunhilde (???)
 
 
Als im Februar 1951 die schwere Zeit für den Pfarrer kam und sich fast unüberwindliche Schwierigkeiten erhoben, stand die Gemeinde Gronau und die Nachbarpfarrer Bernhard, Rendel und Monard, Klein-Karben in brüderlicher Treue zu ihm. Ebenso standen Kirchenvorstand Niederdorfelden bis auf einen und die Gemeinde Niederdorfelden hinter ihm.
 
 ( Seite 127 )
 
Bild Konfirmanden
Weiss,Vogel, Diener, Hildegard Wenzel, Schmidt, Christmann, Schildger , Riedel, Blum, Seibel, Jürgens, Laupus
Konfirmanden des Jahrgangs 1950/52, Einsegnung Sonntag Palmarum 6. April 1952
 

Die neue Glocke

 
Die Niederdorfelder Gemeinde beschloss in einer Sitzung der Gemeindeversammlung und des Kirchenvorstandes am 12. August 1952 die Anschaffung zweier neuer Glocken. Im Anschluß daran wurde auch in Gronau der Wunsch nach einer neuen Glocke laut.
Ich habe daher in 3 Wochen von Haus zu Haus über 3000.-- DM erbeten und in  Kochendorf bei Bachert (Anm. Glockengießerei )  durch den Vertreter, Herrn Wörner in Windecken, die neue h`-Glocke bestellt. Herr Wörner brachte auch die alte, vorhandene Glocke in Ordnung, beschaffte neue Gurte, legte sie in Kugellager und fertigte für die d`-Glocke einen neuen Klöppel mit Kehrscheibe an.  
 
Am 28.10.1952 wurde die neue Glocke gegossen, wozu der Herr Bürgermeister Theodor Wenzel und 
7 Gemeindemitglieder unseres Ortes nach Kochendorf gefahren waren. Am nächsten Tage fuhr ich mit den mir befreundeten Herrn Butler, Landrat Wolf und Graf Bothmer im Auto von Herrn Butler  nach Kochendorf, wo wir die Glocken für Niederdorfelden und Gronau aus der Grube gehoben noch in den Formen sehen konnten.
 
Es ist den Bemühungen der Firma und ihres Vertreters Herrn Wörner zu verdanken, dass wir unsere Glocke am Freitag Abend von Windecken abholen, am Sonnabend Vormittag nach den Höfen (Gronauer Hoch, Junkerhof (Niederdorfelden), Dottenfelder Hof) und in feierlichem Umzug durch den Ort fahren konnten und am Nachmittag die Glocke auf den Turm bringen konnten. Dabei halfen viele Männer unserer Gemeinde tatkräftig mit, sodass nach den vorbereitenden Arbeiten die durch den Wagnermeister  Gerhard Wenzel und den Schmied Matthes getroffen waren, am Sonnabend zur Probe geläutet werden konnte.
 
Inzwischen war durch die Firma Weitzel  Niederdorfelden, in der unser Sohn Martin Broscheit im 3. Lehrjahr arbeitet, der Bodenbelag  des Glockenstuhls erneuert und die Turmuhr durch die Firma Eberl, Niederdorfelden in der unser Sohn Horst-Otto lernt repariert und in Gang gesetzt worden.
Horst-Otto hatte auch die Lampe auf die Kanzel gelegt, mit seinem Meister zusammen den Orgelmotor im Sommer eingebaut und übernahm nun die Aufgabe, die Turmuhr aufzuziehen und den Orgelmotor sowie alle elektrischen Anlagen der Kirche zu übernehmen.
 
Im feierlichen Gottesdienst am Sonntag, den 3.11.52 wurde die Glocke zusammen mit der alten, die genau vor 200 Jahren  1752 der Gemeinde zu läuten begann, von Herrn Dekan Lippert vom Altar aus gerufen.
 
Die Inschrift der Glocke: Den Opfern des Weltkrieges 1939 - 1945
in spem contra spem (auf Hoffnung gegen alle Hoffnung )
Jesus Christus Pax
Die Kirchengemeinde Gronau 1952
 

 Anmerkung:

Glockengießerei
Eugen Bachert 
Kochendorf 1932 bis 1988
Eugen, Sohn des Albert Bachert, führt die Feuerwehrgeräte-Fabrik und Glockengießerei Gebrüder Bachert in Kochendorf fort. (Eugen Bachert *1905 - 1993).
 

 
 ( Seite 131 )


 
Herr Böckel mit seinen Rappen, neben Ihm Walter Giesel und Willi Kroh.
Herr Rudolf Laupus und Pfarrer Horst Broscheit. Davor am Wagen der Herr Sattlermeister Hammel mit seinem kleinen Sohn Peter auf dem Arm,
vor den Häusern Schmidt, Knickel und am Rande Müller in der Neuen Straße am Dorfausgang nach Niederdorfelden.
Die Kutsche im Hintergrund wird von Pfarrer Broscheit gesteuert.
Die Glocke war durchs Dorf, zur Schule an der Bahn  vorbeigefahren und wurde nun an der Bügermeisterei vorbei, Backhaus und Schäfergasse  zur Kirche gefahren
 
Am 14.12.52, den 3. Advent abends um 7 Uhr fand in der Kirche Gronau ein Krippenspiel statt, bei dem außer Konfirmanden , Katechumenen und Kindern des Kindergottesdienstes auch Frau Hager und Frau Broscheit mit Sologesängen mitwirkten. Die Einnahmen legten den Grundstock für die Dachreparatur (1300.--DM ) , die in diesem Sommer (1953) ausgeführt werden soll, um unsere Kirche vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Das Programm ist beigefügt. Wir wollen nun einen lithurgischen Weihnachtsgottesdienst mit dem Verkündigungsspiel der Kinder halten am Heiligabend um 4 ½ Uhr und im Februar ein Spiel mit den Kindern im Saal Wenzel.
Die Kollekte und Einnahmen sollen wieder für das Kirchendach unserer Kirche verwendet werden.
 
Nebenstehende Karte wurde in 1000 Stück gedruckt, von deren Erlös = 100 DM  für das Kirchendach genommen werden soll.
 
Bild: Frohe Festgrüße aus Gronau Kreis Hanau
 
So versuchen wir auf jede Art aus Mitteln der eigenen Gemeinde den Grundstock zu legen damit wir auf die Unterstützung des Landeskirchenamtes rechnen können.
 
Nach obenstehendem Bild wurde das neue Kirchensiegel im Januar 1954 geschnitten

Konfirmation 1953
 



Konfirmation am 29. März 1953                   Foto von Barbara Broscheit übermittelt


 

Gemeindeabend am 15. März 1953  ( Seite 133 )


        

Zur Erneuerung des Kirchen- und Turmdaches soll ein Gemeindeabend stattfinden, zu dem ich folgendes kleines Gedicht schrieb, das von unserer Tochter Barbara vorgetragen und der Refrain von den Kindern gesungen wurde.



 Barbara Broscheit singt „Willkommen liebe Leute"
der Kinderchor des Kindergottesdienstes „Heile, Heile Gänschen !"
 
 Willkommen, liebe Leute !
Willkommen, liebe Gäst !
Kein Tanzen gibt es heute 
und auch kein großes Fest.
Heute gibt es ein Kinderspiel
Auch das ist manchem schon zu viel
 
Heile, Heile, Gänschen !
Es wird schon wieder gut.
Das Kätzchen hat ein Schwänzchen !
Es wird schon wieder gut.
Heile, heile Mausespeck !
Nach hundert Jahren ist alles weg.
 
Die Kirche muß verfallen -
Sie kostet zu viel Geld !
So hört man es von allen -
und auch der Kirchturm fällt !
Das redet man schon dreißig Jahr -
Noch immer steht die Kirche da.
 
 
Heile,Heile, Gänschen...
 
Die Leuchter für das Kirchenlicht,
die Orgel mit Motor
Die Uhr ging  überhaupt nicht,
Jetzt geht sie etwas vor.
Gestiftet war das Kanzeltuch
Zum Schluss ein neues Bibeltuch
 
Heile, Heile Gänschen...
 
Alles nur ein Anfang
Immer bleibt ein Rest -
Die Glocke findet Anklang,
das Dach zu wünschen lässt.
Macht nur kein solch gross Geschrei !
Das Dach kommt auch noch an die Reih.
 
Heile, Heile Gänschen...
 
Geduld müssen wir haben
und tuen was man kann
Durch neue gute Jahre
Als nächstes kommt heran:
Die Decke und die Malerei,
Auch dieser Zustand geht vorbei
 
Heile, Heile Gänschen...


Die Kinder  (Konfirmanden und Katechumenen 1951 /53) spielen
für die Erneuerung des Kirchendaches, in der Mitte Barbara Broscheit, Christa mit schwarzer Jacke.

 Aus dem vollbesetzten Saal des Krögers
(Bahnhofswirtschaft)  15. März 1953
 

 Dachreparatur

 Das Kirchendach und der Turm wurden im Juni 1953 von Herrn Dachdeckermeister Vollbereit (?) aus Windecken wieder hergestellt unter Mitwirkung von Horst-Otto Broscheit (Elektriker) und Martin Broscheit (Schreiner)
 
Im Juli begann die Erneuerung des Pfarrhauses mit Küche, Bad, Abort und dem kleinen Zimmer hinter dem Bad, in dem Horst-Otto wohnt; durch Herrn RO(???), Niederdorfelden, der die Bauarbeiten, Herrn Vetter, der die Spenglerarbeiten ausführte.
Die umfangreichen Elektroarbeiten mit unter Putz legen der Leitungen machte Horst-Otto. Die Schreinerarbeiten Martin.
In diesem Sommer ist nun noch der Einbau eines Kamins zwischen Orgel und Männerempore geplant,  die nach den Angaben von Landeskirchenbaurat Maurer, der 20 Jahre in Ostpreussen, auch bei dem bei uns befreundeten Exzellenz  Dr. von Berg gebaut hat.
Auch diese Arbeit soll die  Firma (???) Niederdorfelden machen.

( Seite 135 )
 
 In der Woche vom 12. -17. Oktober 1953 wurde der Kamin in der Kirche in Gronau von der Firma (???) Niederdorfelden ausgeführt. Das Aufstellen des Ofens machte der Spenglermeister Vetter aus Niederdorfelden, die Schreinerarbeiten Herr Giesel sen. und jun. aus Gronau.
      
      Damit waren wir wieder einen Schritt weiter in der Erneuerung der Kirche.
Das Geld  dazu und zur Erneuerung des Pfarrhausdaches, das mein Sohn Horst-Otto neu deckte, ca. 450.—DM sammelte ich in der Woche vorher von Haus zu Haus gehend. Wieder machte ich die Erfahrung, daß die uns freundlich gesinnten Gemeindemitglieder ohne Umstände mit ihren Gaben halfen. Zu den anderen - und das ist ein großer Teil - bin ich gar nicht erst gegangen; denn bei diesen Bettelgängen auch noch abgewiesen werden, erscheint  mir doch unwürdig zu sein.
 
Vom Kirchendach waren noch 1000 Ziegel für das Pfarrhaus übrig. 50 holte Horst-Otto von den 12000 mit denen das Kirchendach in Niederdorfelden gedeckt wurde. Auch dort machte Herr Vetter eine neue Dachrinne an.
Den Kirchturm hatte einige Wochen vorher die pol. Gemeinde erneuern lassen. So gehen die Arbeiten an den kirchl. Gebäuden in beiden Gemeinden weiter, obwohl das alles von der Kirchenleitung geflissentlich übersehen wird, weil ich ja als aktiver Pfarrer ausgeschaltet bin und nirgends in Erscheinung zu treten habe.
 
Heute, am 17. Oktober wurde mit den Kindern die Kirche aufgeräumt. Schutt von Jahrzehnten hinter der Orgel und in der Kammer unter der Treppe. Wo man anfasst - Dreck - und was haben wir schon in den 6 ½ Jahren versucht.
 
Die Pfarrstelle ruht seit 25 Jahren. Die schnell wechselnden Pfarrer hatten weder am Kirchengebäude noch an den Pfarrgebäuden großes Interesse. So bleibt uns alles zu tun vorbehalten  und wir müssen von Jahr zu Jahr, soweit Mittel und Kräfte in dieser kleinen Gemeinde vorhanden sind, mehr Ordnung hineinbringen.
 

Zur Erneuerung der Decke des Kirchenraumes

die an fünf Stellen schon 1944 / 45 eingestürzt war, veranstalteten wir ein Krippenspiel am Sonntag den 20. Dezember 1953, das 130.—DM erbrachte.
Am 21. Februar 1954 einen Gemeindeabend im Saal des Wirt Wenzel.
Reingewinn 440.—DM
 
Nach  Abzug der Unkosten bleibt ein Gewinn von 550.—DM zu der vom Landeskirchenamt beantragten Beihilfe.