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Kirche in Gronau

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Kirche in Gronau

Hochzeiten, Konfirmation, Feiertage und viel Renovierungsarbeit


Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie wir als Kinder von den Gronauer Hochzeiten profitiert haben. Einerseits galt es in der Kirche eine Menge Vorbereitungen zu treffen, so mußte beispielsweise der Altar feierlich geschmückt werden. In den Gärten von Gronau wurden dafür jede Menge Blumen geschnitten, Gladiolen waren besonders beliebt zum Altarstrauß, aber es mußten auch Girlanden aus Tannengrün gewickelt werden.

Diese wurden um die vorhandenen eisernen Bögen gewunden, die den Mittelgang der Kirche überspannten. Vielfach wurden weiße Krepp-Papier Rosen gewickelt, die dann noch in die Girlanden eingeflochten wurden. Für uns Kinder war das immer eine sehr spannende Angelegenheit, weil wir dann in der Kirche frei herumlaufen und uns alles ansehen konnten, die Bilder an der Empore, den geschnitzten Pelikan der seine Jungen füttert, die geheimnisvolle , weil "vergitterte" Sakristei, die Empore und die Orgel. Da kam man sonst nie hin. 



Foto aus dem Jahr 1958 aus der Gemeindechronik.
Bildunterschrift hierzu:" Trauung der am 6.4.1952 vor dem gleichen Altar konfirmierten Christa Blum am 14.6.1958" (Der Name des Ehemannes wird nicht erwähnt !?)
An den eigentlichen Feierlichkeiten in der Kirche nahmen wir dann nicht teil, weil die Kinder des Dorfes eine ganz wichtige Rolle außerhalb der Kirche spielten. Wenn das Brautpaar nach der Trauung aus der Kirche trat, waren vor dem Eingangsbereich gleich mehrere Seile gespannt. An jedem dieser Seile mußten sich die Frischvermählten mit dem Werfen von Pfennigen den Weg freikaufen. Wir balgten uns darum, wer am schnellsten das Kleingeld aufheben konnte. 

Feierlich geschmückte Kirche  1958 bei der "Hochzeit der zweitältesten Tochter des Wirtes Wenzel, Erna Wenzel mit einem jungen Mann aus Bergen (Völp)"

Um Geld für dringend benötigte Renovierungsarbeiten zusammen zu sammeln, veranstaltete die Kirchengemeinde über die Jahre sowohl im Saal des Gasthaus Kröger als auch im Saal des Wirtshauses Wenzel Veranstaltungen. Dabei wurden von der Jugend des Dorfes  allerlei Gedichte aufgesagt, Lieder gesungen, die Musikgruppe der Jugendvereinigung spielte auf.



Aus der Gemeindechronik, Bildunterschrift von Pfarrer Broscheit
"Im vollbesetzten Saal des Kröger (Bahnhofswirtschaft) 15. März 1958
links von vorn: Frau Anna Müller, Martin, Frau Blum, Frau Lamp.Rechts vorne Frau Hoch, Hansfried, Herr Hoch, Herr Schwarzhaupt, Frau Schwarzhaupt, die junge Frau Schwarzhaupt, der junge Herr Schwarzhaupt"


Zitat aus der Pfarrchronik von Pfarrer Broscheit im Jahre 1947:
Die Gronauer Kirche im Sommer 1947, die Fenster sind teilweise mit Drahtglas oder Blech, teilweise gar nicht geflickt. Das Kirchhoftor wurde erneuert, es war völlig verfallen und das erste was wir in Angriff nahmen. Mauer und Tor hat, wie auch alle anderen Kirchlichen Gebäude, die politische Gemeinde zu unterhalten. Seit dem Jahr 1935 entzieht sie sich widerrechtlich dieser Pflicht.

Die Fenster der Westseite sind am schadhaftesten. Es dauerte bis zum Herbst 1948, als es nach der Währungsreform endlich Material gab, dass ernstlich an eine Erneuerung zu denken war. So bin ich im Herbst 48 von Haus zu Haus gegangen und habe 250 DM erbeten.
Nur ein Bauer Fritz Wenzel, genannt „.??...fritz" schloss sich aus mit den Worten „Bei mir können Sie nichts schnorren." Er war von 1935 - 1945 Bürgermeister dieses Dorfes. Die anderen Gemeindemitglieder hatten alle für die Erneuerung der Kirche etwas übrig.

Die umfangreiche Abschrift der handgeschriebenen Aufzeichnungen von Pfarrer Broscheit zur Kirchenchronik finden Sie auf den Seiten

Kirchenchronik  1947 - 50
Kirchenchronik  1951 - 53
Kirchenchronik  1954 - 55
Kirchenchronik  1956 - 57
Kirchenchronik 1958 - 60

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