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Die Orgel

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 Die Orgel

von Walter Heil

Dieser Beitrag erschien in der Festschrift 1200 Jahre Gronau der "Bad Vilbeler Heimatblätter" 1986.
Herr Walter Heil hat ihn freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Das dekorative Prunkstück der Kirche bildet die Orgel aus dem Jahre 1777, die der Hanauer Orgelbauer Henrich Jakob Sier für 500 Gulden an die Gemeinde lieferte. Die Vorderseite, das sogenannte Prospekt, präsentiert die sichtbaren Pfeifen und das schmückende, mit Ranken und Blumen reich verzierte Holzwerk. Die ganze Hochblüte der Kunst des Barock im 18. Jahrh. zeigt sich hier in dieser kleinen Dorfkirche in dem prunkvollen ornamentalen Schmuckwerk und dem elegant schwingenden Linienspiel. Die Überwindung aller Materie hat hier den Ausdruck der Leichtigkeit.
Das „Gesicht" der Orgel ist durch acht Pfeiler und den dazugehörigen großen und kleinen Prosepktpfeifen in Teilwerke gegliedert, alles wird durch eine strikt gewahrte Symmetrie zusam-mengehalten und von vergoldeten, heiteren Verschnörkelungen festlich umrahmt.


   Die Gronauer Orgel von 1777

Dazu treten noch als Lieblingsmotiv der Renaissance, des Barock und Rokoko die beiden pausbackigen Putten, die eine Posaune in den Händen halten. Als Konsolefür diese beiden verspielten Engelchen dient der geschwungene Gesimsaufsatz zu beiden Seiten der Pedaltürme des Prinzipal.
In dieser sakralen Baukunst entfalten sich reiche Formen zu Großartigkeit und Würde. Es tönt mit einem Schwung das „Sursum corda - Empor die Herzen" in den kirchlichen Raum.
Im Laufe der Jahrhunderte waren ei n ige Reparaturen nötig, bis im Zuge der Gesamtrenovierung 1968 ein neues Werk mit 11 Registern und 2 Manualen eingebaut wurde. Der optische Eindruck wird durch den akustischen ergänzt, das Bild durch den vollen Klang.